Was haben Dante Alighieri, Enea Silvio Piccolomini und Willibald Pirckheimer gemeinsam? Alle drei fühlten sich derselben geistigen Strömung zugehörig: dem Humanismus. Als weithin bekannte Repräsentanten dieser Bewegung sahen sie sich selbst als Vertreter einer neuen Zeit, einer Wiedergeburt der antiken Pracht und Gelehrsamkeit. Ihr Überlegenheitsgefühl oder schlicht ihre Abneigung gegenüber der überkommenen, 'mittelalterlichen' Ordnung und deren Vertretern brachten sie medial durch Spott und Häme zum Ausdruck.
Solche Praktiken der Herabwürdigung, die unter dem Fachterminus Invektivität zusammengefasst werden, stellen einen essenziellen Bestandteil sozialer, politischer und kultureller Gruppenbildung dar. Denn kollektive Identitäten entstehen vor allem durch Abgrenzungen nach außen. Besondere Bedeutung erlangte die Invektivität im Kontext der humanistischen Text- und Bildproduktionen des 15. und 16. Jahrhunderts, die das gemeinsame Feindbild stets reproduzierten und dadurch aufrechterhielten. Das dies nicht nur südlich der Alpen der Fall war, möchte die kommende Tagung veranschaulichen. Im Fokus der Beiträge stehen dabei die transalpinen Verflechtungen invektiver Strategien, die sowohl von italienischen als auch deutschen Humanisten getragen wurden.
Internationale Tagung in Kooperation mit den Universitäten Dresden, Kassel und dem Italienzentrum der Freien Universität Berlin.
10.–12. November 2025
Kontakt: Pablo Borgialli, pablo_maria[dot]borgialli[at]tu-dresden[dot]de
Deutsches Historisches Institut in Rom
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