Forschungsperspektive Ukraine

Die Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland verfolgt den andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit großer Sorge. Bereits kurz nach Beginn des Krieges wurden erste Hilfs- und Kooperationsmaßnahmen in die Wege geleitet, darunter ein Stipendienprogramm für ukrainische Forscherinnen und Forscher sowie Unterstützung für Kolleginnen und Kollegen des DHI Moskau, um ihre Forschungsarbeiten vor Ort oder außer Landes fortführen zu können.

Die MWS-Institute dienen der friedlichen internationalen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Geistes- und Sozialwissenschaften und sind von unschätzbarem Wert, wo politische Spannungen die wissenschaftliche Freiheit bedrohen, wo Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter Druck stehen oder eine belastete Vorgeschichte den Dialog erschwert. Aus diesem Selbstverständnis heraus kann die MWS Anlaufstelle für betroffene Forscherinnen und Forscher sein und ihre Möglichkeiten als wissenschaftliche Brückenbauerin nutzen.

Aufbau des Forschungszentrums Ukraine

Mit der Einrichtung einer Forschungsstelle in Lviv setzt die Max Weber Stiftung (MWS) ihre Neuausrichtung in Osteuropa seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine fort. Die Münchener Historikerin Iryna Klymenko wird den Aufbau leiten.

Im November 2024 hat der Stiftungsrat der MWS den Aufbau einer „Forschungsstelle Ukraine“ beschlossen, nun nimmt das Projekt mit Iryna Klymenko als künftiger Leiterin Fahrt auf. In Kooperation mit ukrainischen Partnern entsteht in Lviv ein weiterer Standort in Osteuropa. Wie alle MWS-Institute dient er dem wissenschaftlichen Austausch, der Förderung des Nachwuchses und dem Verständnis zwischen Deutschland und dem Gastgeberland. Die Forschungsstelle wird sich mit der transnationalen Geschichte der Region beschäftigen, die durch die politischen Grenzen der heutigen Ukraine markiert ist. Der Fokus liegt dabei auf den Kommunikationsprozessen, durch die sich die Region seit der Frühen Neuzeit mit west- und mitteleuropäischen Akteuren und Institutionen verflochten sah. 

Historikerin Iryna Klymenko leitet den Aufbau der Forschungsstelle

Iryna Klymenko ist eine erfahrene Historikerin mit Schwerpunkt in der europäischen Verflechtungsgeschichte. Sie studierte in Kyiv und München und wurde am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert und habilitiert. Ihre internationale Forschungserfahrung umfasst Stationen in Cambridge, Berkeley und am Deutschen Historischen Institut in Rom. Sie erhielt Fellowships des Historischen Kollegs München (2023/24) und des Wissenschaftskollegs zu Berlin (2025/26).

Stipendien am DHI Warschau

Seit März 2022 unterstützt die MWS über ihre Institute geflüchtete ukrainische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler u.a. auch mit Stipendien. Das Deutsche Historische Institut (DHI) Warschau realisierte die Initiative „Forschungsperspektive Ukraine“.