12. Februar 2025 | 16:45 OEZ | Helsinki, Aleksanteri Institut, Unioninkatu 40 Metsätalo | Raum: Humina
Das Max Weber Forum Helsinki organisiert zusammen mit dem Aleksanteri Institut zwei Vorträge von Gasan Gusejnov und Marina Dmitrieva über die aktuellen soziokulturellen Entwicklungen im ukrainisch-russischen Diskurs angesichts des Krieges. Die Veranstaltung findet im Aleksanteri-Institut statt, es besteht aber auch die Möglichkeit, die Online-Übertragung zu verfolgen.
Der am 24. Februar begonnene Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine hat zu zahlreichen persönlichen Tragödien geführt: Massensterben, Verlust von Angehörigen, Verlust der Heimat, Zwangsumsiedlung in andere Orte und Länder. Der Beschuss und die Bombardierung der ukrainischen Städte zerstören nicht nur die lebenswichtige Infrastruktur und rauben den Menschen Wärme und Obdach, sondern vernichten auch viele materielle Denkmäler der ukrainischen Kultur, Kunst und Architektur und verwandeln sie in Ruinen.
Dieser Krieg hat die Landkarte der Ukraine erkennbar gemacht und eines der größten europäischen Länder für das westeuropäische Auge ‘sichtbar’ gemacht. Er stellte aber auch Spezialist*innen für Geschichte, Kunst und Kultur Osteuropas vor die schwierige Aufgabe, vieler der Kriterien und Positionen ihrer Disziplin zu überdenken und zwang sie, den in den akademischen Lehrplänen verankerten russozentrischen Ansatz zu hinterfragen.
Der Vortrag beleuchtet verschiedene Aspekte dieser Revision, wie zum Beispiel Diskussionen über städtebauliche Prinzipien für den Wiederaufbau dieser Städte und Landschaften oder die Erinnerungspolitik im Zusammenhang mit dem Erhalt oder der Zerstörung russischer Denkmäler auf ukrainischem Territorium sowie den aktuellen Diskurs über die Dekolonisierung der ukrainischen und russischen Kunst.
Marina Dmitrieva ist spezialisiert auf Kunstgeschichte Ost- und Mitteleuropas, politische Ikonographie und Kunstgeschichtsschreibung. Ihr aktuelles Forschungsprojekt beschäftigt sich mit Künstlerkolonien in Osteuropa. Von 1996 bis 2020 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Kunstgeschichte am Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (GWZO) in Leipzig, Deutschland. Zuvor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunstgeschichte in Moskau und lehrte an den Universitäten Freiburg i.Br., Basel, Hamburg und Bremen. Sie ist Mitglied der AICA Deutschland und arbeitet als selbstständige Kunsthistorikerin.
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