Von den NS-Tätern sprechen, der Opfer gedenken. Perspektiven einer deutsch-italienischen Erinnerung zwischen Forschung und Vermittlung

9.–10.12.2024 | Workshop | DHI Rom | vor Ort + online

Der Workshop „Von den NS-Tätern sprechen, der Opfer gedenken. Perspektiven einer deutsch-italienischen Erinnerung zwischen Forschung und Vermittlung“ findet am 9. und 10. Dezember 2024 am Deutschen Historischen Institut in Rom statt.

Der Workshop will die internationale Aufarbeitung der NS-Verbrechen in Italien zwischen 1943 und 1945 fördern. Dabei wird eine Balance zwischen der kritischen Aufarbeitung der Rolle der Täter und dem Gedenken an die Opfer angestrebt. Es wird beleuchtet, wie eine Erinnerungsarbeit, die sowohl die Perspektive der Täter als auch die der Opfer berücksichtigt, zur Schärfung des historischen Bewusstseins in beiden Ländern beitragen kann. Das Projekt und die dazugehörige Webseite "NS-Täter in Italien 1943−1945" bilden die Grundlage dieser Auseinandersetzung. Neben der geschichtswissenschaftlichen Analyse der NS-Verbrechen werden auch mediale, theatralische und digitale Beiträge zur Erinnerungskultur in den Blick genommen. Wie können diese neuen Formen der Geschichtsdarstellung zur Verbreitung von Wissen über die NS-Verbrechen beitragen? In den thematischen Panels werden Aspekte wie die Erinnerung an die Täter, der Umgang mit der Täterschaft in der frühen Bundesrepublik sowie innovative Methoden der Medialisierung und Public History diskutiert.

Bitte registrieren Sie sich für eine Präsenz- oder Online-Teilnahme unter: https://event.dhi-roma.it/participant/create/e2f41060-3ff2-486b-863b-3a6fa763fe86

Programm

Montag, 9. Dezember

9.30 Petra Terhoeven, Rom: Begrüßung
Carlo Gentile, Köln und Lutz Klinkhammer, Rom: Einführung

Panel I: Täterforschung und Öffentlichkeit

10.00 Carlo Gentile, Köln: Von den Täter sprechen, der Opfer gedenken

10.30 Milan Spindler, Köln: Vorstellung der Website „NS-Täter in Italien 1943-1945“

(11.00 Coffee Break)

Panel II: Wie erinnern die Täter? Die Darstellung der Taten im Kontext von Schuld, Leugnung und kognitiver Dissonanz
(Moderation: Lutz Klinkhammer, Rom)

11.30 Teresa Malice, Bielefeld: Tra carnefici e vittime? Riflessioni sui 'bystander' nel contesto italiano

12.00 Aiko Hillen, Köln: Das Massaker von San Polo bei Arezzo im Juli 1944. Deutungen aus der Täter- und Gewaltforschung

12.30 Amedeo Osti Guerrazzi, Padova: La ricezione della Täterforschung nella storiografia italiana

13.00 Annika Duin, Köln: „Du bist nun einmal das Liebste auf der Welt, was ich habe“. Gefühlsrepertoire, Geschlechterrollen und Heimatbindungen in der Feldpost deutscher Offiziere aus Italien 1943/1944

(13.30 Lunch Break)

14.30 Diskussion der Beiträge

Panel III: Wege der Erinnerung. Herausforderungen einer deutsch-italienischen Erinnerungskultur
(Moderation: Filippo Focardi, Padua)

15.00 Victoria Witt, Köln: Doppelte Täterschaft. Die Dokumentationsausstellung in Bozen zwischen Faschismus und Nationalsozialismus

15.30 Eloisa Betti, Padua: Monte Sole e le stragi naziste in Italia. La costruzione della memoria pubblica

16.00 Patrizia Piredda und Gianluca Cinelli, Roma: MemoGen. L'eredità della seconda guerra mondiale nella memoria della terza generazione

16.30 Diskussion der Beiträge

17.30 – 19.00 Abendvortrag

Habbo Knoch, Köln: Gewaltlust. Affekte und Massenmorde im Nationalsozialismus

Dienstag 10. Dezember

Panel IV: Medialisierung und digitale Innovation in der NS-Historiographie. Herausforderungen und Chancen der Public History
(Moderation: Thomas Schlemmer, München)

9.30 Steffi de Jong, Trondheim: Witness: Auschwitz? Ehemalige Konzentrationslager in der virtuellen Realität

10.00 Elena Pirazzoli, Bologna: Nel teatro della storia. Il lavoro Archiviozeta tra scenografie di senso e memorie europee

10.30 Lydia Elhadad, Paris: Quelques réflexions et approches muséographiques des mémoriaux de guerre

(11.00 Coffee Break)

11.30 Jens Jäger, Köln: Starke Dokumente – schwache Quellen? Fotografien von Verbrechen und Tätern im Zweiten Weltkrieg

12.00 Diskussion der Beiträge

(12.30 Lunch Break)

Podiumsdiskussion zu Forschungsperspektiven
(Moderation: Michela Ponzani, Rom)

13.30 Paolo Fonzi, Neapel, Filippo Focardi, Padova und Udo Gümpel, Rom
14.30 Elena Pirazzoli, Bologna und Thomas Schlemmer, München

Alle Vorträge werden in den Sprachen der oben genannten Titel abgehalten und simultan übersetzt: Deutsch-Italienisch, Italienisch-Deutsch, Französisch-Italienisch/Deutsch

https://www.ns-taeter-italien.org/

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