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MWN Osteuropa

Sophie Holm

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Damit beschäftige ich mich:

Meine Forschungsschwerpunkte sind die Kulturgeschichte der Diplomatie im 18. Jahrhundert und die Kulturgeschichte des Tourismus in den nordischen Ländern in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Meine Veröffentlichungen im erstgenannten Bereich verbinden Diplomatiegeschichte, Mediengeschichte und Übersetzungsgeschichte. Im Rahmen des zweitgenannten Bereichs habe ich zu einer Ausstellung über illustrierte Reiseplakate aus den nordischen Ländern von ca. 1890 bis 1960 im Nordiska museet in Stockholm beigetragen.

Was reizt mich an meinem Forschungsfeld?

Meine beiden Forschungsgebiete – Tourismusgeschichte und Diplomatiegeschichte – befassen sich mit transnationalen Phänomenen, die Wissenschaftler und Publikum dazu herausfordern, über moderne nationale Grenzen hinauszudenken. Tourismus wird häufig aus der Perspektive eines Reiseziels, einer bestimmten Kategorie von Tourist*innen oder einer Organisation oder staatlichen Behörde betrachtet, die den Tourismus gestaltet. Mich interessieren die Akteur*innen innerhalb der Tourismusorganisationen der Zwischenkriegszeit, die den Tourismus als kulturelle Bewegung mit nationalen Zielen und einer gemeinsamen Sache über ihre eigenen Länder hinaus betrachteten.

Was ist die größte Herausforderung meiner Forschung?

Um Menschen und Ideen - im wahrsten Sinne des Wortes - in Bewegung zu betrachten, ist häufig Archivarbeit in verschiedenen Ländern erforderlich. Digitale Archive haben diese Herausforderung zwar verringert, jedoch nur in sehr begrenztem Umfang. Ich habe alle nordischen Länder außer Island bereist, um Archivbestände von Tourismusorganisationen oder Außenministerien zu studieren. Die Quellen, die ich in meinen beiden Forschungsbereichen verwende, sind zudem meist in mehreren Sprachen verfasst, sowohl in größeren europäischen Sprachen wie Englisch, Französisch und Deutsch als auch in kleineren Sprachen wie den skandinavischen Sprachen oder Finnisch. Dies erfordert umfassende Sprachkenntnisse und/oder die Zusammenarbeit mit Wissenschaftler*innen aus dem gleichen Fachgebiet.

Institutionelle Zuordnung und Aufgabe:

Dr. Sophie Holm ist wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Max Weber Netzwerk Osteuropa in Helsinki.

Beiträge aus dem Themenportal

Der Reiz des Unbekannten: Tourismusdebatten im Norden Europas in der Zwischenkriegszeit

Dampfschiffe fahren bis Spitzbergen, Touristenvereine werben mit unberührter Natur und die ersten grenzüberschreitenden Werbekampagnen entstehen. Wie sich der Tourismus in den skandinavischen Ländern in der Zwischenkriegszeit entwickelte und welche politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Debatten dieser Prozess zur Folge hatte, untersucht Dr. Sophie Holm vom MWN Osteuropa.