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DHI Paris

Jan Simon Karstens

Damit beschäftige ich mich:

Zum einen mit einer Geschichte der europäischen und nordamerikanischen Seefahrt zwischen 1650 und 1850, die konsequent nach der Präsenz und der Bedeutung historischer Akteurinnen in Häfen und an Bord von Schiffen fragt; zum anderen mit der Geschichte der auf vielen Ebenen grenzübergreifend verflochtenen Region zwischen Trier und Luxemburg während des Spanischen Erbfolgekrieges 1701-1715, wo sich die Folgen einer Vielzahl von Herrschaftswechseln und militärischer Okkupationen beobachten lassen. Neben diesen beiden Themen habe ich ein besonderes Interesse an der Rezeption der Frühen Neuzeit in Medien der Public History.

Was reizt mich an meinem Forschungsfeld?

Beide Themen bieten eine Möglichkeit, neue Einblicke in scheinbar bekannte Bereiche zu eröffnen. Sie sind ein Beweis dafür, dass historische Forschung niemals fertig oder vollendet ist, sondern dass– dank verdienstvoller Vorarbeiten – immer wieder neue Sichtweisen eingenommen und Fragestellungen formuliert werden können. Gerade in der Kombination meiner beiden Themen fasziniert mich die Möglichkeit unterschiedliche Räume und Kontexte anzuschauen, in denen dann doch überraschende Parallelen und Gemeinsamkeiten zum Vorschein kommen.

Was ist die größte Herausforderung meiner Forschung?

Es ist speziell in organisatorischer Hinsicht eine erhebliche Herausforderung, zwei unterschiedliche Themen parallel zu bearbeiten. Publikationen, Vorträge, Kooperationen und Forschungsreisen müssen lange im Voraus geplant werden, um inhaltliche und logistische Synergien zu erzielen. Darüber hinaus gibt es aber auch spezifische Herausforderungen. Bezüglich der Geschichte maritimer Frauen ist die Quellenrecherche sehr aufwändig und muss eine bereits historische Vernachlässigung von Akteurinnen kompensieren. Die Geschichte des spanischen Erbfolgekrieges erfordert wiederum die Analyse von zwar leicht auffindbaren, dafür aber teilweise sehr umfangreichen Beständen in fünf Ländern. 

Institutionelle Zuordnung und Aufgabe:

PD Dr. Jan Simon Karstens ist im Rahmen des Heisenberg-Programms der DFG als PostDoc am Deutschen Historischen Institut in Paris angesiedelt.

Beiträge aus dem Themenportal

Auf der Suche nach maritimen Frauen - Ein anderer Blick auf die Geschichte neuzeitlicher Seefahrt

Ob rebellische Piratin, treue Kapitänsfrau oder staunende Passagierin - Frauen an Bord neuzeitlicher Segelschiffe haben schon lange einen klischeebehafteten Platz in populären Medien. Was einst mit Reiseberichten und Flugschriften begann, hat in Filmen, Graphic-Novels und Computerspielen seine Fortsetzung gefunden. Doch was steckt hinter diesen Darstellungen?