
Wie können Menschen und Tiere zusammenleben? Wie sollen Land und Ressourcen in einer Gesellschaft verteilt werden? Mirjam Hähnle erforscht am DHI London, wie in literarischen und gebauten Utopien vom 16. bis 18. Jahrhundert Antworten auf solche Fragen gesucht wurden.
Es ist eine weit verbreitete Annahme, dass Industrialisierungsprozesse im Globalen Süden den gleichen Weg einschlagen wie zuvor Länder im Globalen Norden. Doch was passiert, wenn sie das nicht tun? Oft wird dies als Widerstand lokaler Kulturen interpretiert – und gleichzeitig als Beweis dafür, dass diese Kulturen angeblich nicht mit der industriellen Moderne vereinbar seien. Christian Strümpell vom MWF Delhi hinterfragt diese eurozentrische Sichtweise und zeigt, wie vergleichende Fallstudien aus Südasien und Lateinamerika ein neues Verständnis von Industrialisierung eröffnen können.


Finanzspekulationen wecken seit jeher Hoffnungen und Ängste – je nach Ausgang sorgen sie für Lust oder Frust. Christine Zabel untersucht am DHI Paris wie die Menschen im Frankreich des 18. Jahrhunderts Spekulationen verstanden und bewerteten. Ihre Forschung eröffnet spannende Einblicke in die Wirtschaftsgeschichte und bietet Perspektiven für eine Kultur- und Wissensgeschichte der Ökonomie.
Die Vernetzung unserer Lebenswelt wird nicht nur von materiellen Kräften und technischen Erfindungen vorangetrieben. Sie folgt auch normativen Vorgaben. Erst um 1900 etablierte sich die Vorstellung, dass die Gesellschaft aus miteinander verflochtenen Individuen bestehe bzw. bestehen solle. In den folgenden Jahrzehnten entstand erstmals ein Menschenbild, in dem Vernetzung zentral war – entweder als Ideal, oder als Gefahr.


Professionelle Historikerinnen und Historiker sind in Polen keine Akademiker im Elfenbeinturm, sondern häufig einflussreiche Akteure im politischen Geschehen. Diejenigen, die der Entwicklung der europäischen Integration skeptisch gegenüberstehen, beeinflussen die Debatte über die europäische Integration. Kontinuität oder Wandel ihrer Ansichten und die Entstehung transnationaler Netzwerke sind hier Schlüsselfragen. Die Herausforderung besteht jedoch darin, den Prozess der EU-Osterweiterung zu historisieren.
Anfang der 1990er Jahre erfuhr die italienische Parteienlandschaft einen einschneidenden Transformationsprozess. Traditionsreiche Parteien verschwanden gleichsam über Nacht, Modernisierungsdynamiken in Politik und Gesellschaft setzten ein. Welche Auswirkungen hatte diese Entwicklung für die politischen Eliten des Landes und wie bereiteten sich die Parteien auf die großen Herausforderungen unserer Zeit vor? Diesen Fragen geht Francesco Di Palma am DHI Rom nach.


Unabhängigkeit, Inklusion und „Superkraft“ für Kinder mit körperlichen Behinderungen – dies ist das Ziel sogenannter „Enabling-Technologien“, zu denen beispielsweise 3D-gedruckte Kinderprothesen mit Heldenmotiven zählen. Doch funktionieren solche Prothesen tatsächlich als „Enabler“, also als ermöglichende Technologie? Mit dieser Frage beschäftigt sich Melike Şahinol in ihrem Projekt „Additive Manufacturing: Enabling-Technologien in der Kindheit“.
Im Umgang mit der digitalen Transformation nimmt Japan eine ambivalente Position ein. So galt das Land Anfang der 2000er-Jahre als internationaler Vorreiter in der Verwendung des mobilen Internets. Heute hingegen ist vermehrt von einem Rückstand im Bereich der digitalen Transformation Rede. Harald Kümmerle untersucht in seinem Forschungsprojekt den japanischen Daten-Diskurs.

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