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Ungleichheit und soziale Kohäsion

Die Anerkennung Haitis durch Frankreich von 1825. Entschädigung, Bürokratie, und postkoloniale Ordnung nach 1825

Als Frankreich 1825 Haitis Unabhängigkeit anerkannte, verlangte es eine Entschädigung für ehemalige Kolonialbesitzerinnen. In den Verwaltungsakten spielen rassische Kategorien keine Rolle mehr. Wie lässt sich dieses Schweigen erklären und was sagt es über koloniale Macht im Gewand der Bürokratie aus?

Auf der Suche nach maritimen Frauen - Ein anderer Blick auf die Geschichte neuzeitlicher Seefahrt

Ob rebellische Piratin, treue Kapitänsfrau oder staunende Passagierin - Frauen an Bord neuzeitlicher Segelschiffe haben schon lange einen klischeebehafteten Platz in populären Medien. Was einst mit Reiseberichten und Flugschriften begann, hat in Filmen, Graphic-Novels und Computerspielen seine Fortsetzung gefunden. Doch was steckt hinter diesen Darstellungen?

"Global Color Lines": Migrationspolitiken und rassistische Ausgrenzung am Ende des 19. Jahrhunderts

Am Ende des neunzehnten Jahrhunderts bildeten sich weltweit Migrations- und Ansiedlungspolitiken heraus, die im Kern noch heute Bestand haben. Jan Musekamp, stellvertretender Direktor am DHI Warschau, untersucht diese globalen Zusammenhänge anhand einer deutschsprachigen Gruppe aus der heutigen Ukraine, die sich im Baltikum, in Brasilien, Deutschland, Kanada und Sibirien ansiedelte.

Eine schmackhafte Mischung. Die Utopie einer diversen Gesellschaft in französischen Picknick-Bildern des 18. Jahrhunderts

Was hat ein Gemälde von einem fröhlichen Picknick mit sozialen Fragen am Übergang von der Neuzeit zur Moderne zu tun? In ihrem Habilitationsprojekt hat Elisabeth Fritz, stellvertretende Direktorin am DFK Paris, untersucht, wie man Bilder der Geselligkeit als Bilder von Gesellschaft verstehen kann.

Industrialisierung und ihre sozialen Dynamiken: Neue Perspektiven aus Südasien und Lateinamerika

Es ist eine weit verbreitete Annahme, dass Industrialisierungsprozesse im Globalen Süden den gleichen Weg einschlagen wie zuvor Länder im Globalen Norden. Doch was passiert, wenn sie das nicht tun? Oft wird dies als Widerstand lokaler Kulturen interpretiert – und gleichzeitig als Beweis dafür, dass diese Kulturen angeblich nicht mit der industriellen Moderne vereinbar seien. Christian Strümpell vom MWF Delhi hinterfragt diese eurozentrische Sichtweise und zeigt, wie vergleichende Fallstudien aus Südasien und Lateinamerika ein neues Verständnis von Industrialisierung eröffnen können.

Behinderungen in der japanischen Gegenwartsliteratur

Behinderungen gehören zur menschlichen Vielfalt und sind ein fester Bestandteil der Literatur. In Japan erfahren Behinderungen in letzter Zeit eine verstärkte Sichtbarkeit und spiegeln sich zunehmend in literarischen Werken wider. Carolin Fleischer-Heininger erforscht am DIJ Tokyo, wie die japanische Gegenwartsliteratur Behinderungen erzählt.

Für eine Wissensgeschichte sozialer Vernetzung im frühen 20. Jahrhundert

Die Vernetzung unserer Lebenswelt wird nicht nur von materiellen Kräften und technischen Erfindungen vorangetrieben. Sie folgt auch normativen Vorgaben. Erst um 1900 etablierte sich die Vorstellung, dass die Gesellschaft aus miteinander verflochtenen Individuen bestehe bzw. bestehen solle. In den folgenden Jahrzehnten entstand erstmals ein Menschenbild, in dem Vernetzung zentral war – entweder als Ideal, oder als Gefahr.

Hat Intellektualität ein Geschlecht? Die Rolle weiblicher Gelehrter in der intellektuellen Geschichte des 20. Jahrhunderts

Die intellektuelle Geschichte des 20. Jahrhunderts scheint im Wesentlichen vom Einfluss männlicher Intellektueller geprägt zu sein. Diesen Eindruck erzeugen die Archivbestände dieser Zeit, in denen weibliche Wissenschaftlerinnen kaum Erwähnung finden. Am Beispiel der Sozialforscherin Hilda Weiss zeichnet Emily Steinhauer den langen Weg weiblicher Intellektueller zur öffentlichen Sichtbarkeit und ihre Rolle in der intellektuellen Wissenserzeugung nach.

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