Drachen, Dichtung und Dynamiken: Der Hamburger Diwan Sultan Süleymans
Was verbindet die Locken eines Geliebten mit einem tausendköpfigen Drachen? In den Gedichten Sultan Süleymāns (Muḥibbī) wird der Drache zum Bild für Verführung und Gefahr. In ihrer Analyse einer Hamburger Handschrift von 1554 zeigt Christiane Czygan vom OI Istanbul, wie persönliche Dichtung und politische Repräsentation ineinandergreifen – und dabei überraschende Spannungen offenlegen. Der Vergleich mit späteren Handschriften zeigt den Wandel vom experimentellen Ausdruck zur disziplinierten Herrschaftsrepräsentation – und wirft neue Fragen zur Kanonbildung auf.